Der Junggesellinnenabschied

Nach Wochen, gar Monaten des Bangens und Nichtwissen was die Damen mit mir vorhaben, war es vergangenes Wochenende endlich soweit. Im Voraus wurden nur sehr spärliche Informationen an mich weitergegeben, etwa dass ich am Samstag, den 5. März 2016 gegen 9:30 Uhr abgeholt werde und (außer dem Pflichtkaffee, der in der Früh bei mir für die ersten Lebensgeister sorgt) nichts frühstücken darf. Außerdem sollte ich alles für eine Übernachtung Notwendige sowie ein Badeoutfit einpacken.

Wie soll man bei solch einer Spannung ruhig schlafen können? Vor Aufregung und Neugier habe ich also in der Nacht vor meinem „Polterwochenende“ kaum ein Auge zugemacht und aufgrund der Nervosität folglich unruhig geschlafen.

Sich erst einmal bei einem guten Brunch ordentlich stärken und den Großteil der „Poltergesellschaft“ treffen stand als erstes auf der Tagesordnung. Hierfür wurde das Latte Grande am Währinger Gürtel ausgewählt, welches ein ausgiebiges Frühstücksbuffet, aber auch eine kleine Auswahl an warmen Speisen sowie mehrere Desserts anbietet.

Neben der Verköstigung gab es auch schon die ersten Spiele für mich zu meistern. Damit sich die Gesellinnen der Runde etwas besser kennenlernen konnten, musste ich ein kleines Quiz „Zwei Wahrheiten, eine Lüge“ lösen. Jede der Damen hat im Vorfeld drei Aussagen (oder auch Kurzgeschichten) über sich selbst verfasst, aus der ich die Erfundene auswählen und die Lüge entlarven musste.

Außerdem wurde ich auf die Probe gestellt und durfte ein sehr ausführliches Kreuzworträtsel mit Fragen über Matthias auflösen. Dieses Rätsel war außerordentlich amüsant, da Matthias offensichtlich nicht wusste, dass seine Antworten für diesen Zweck verwendet werden und hat teilweise für große Verwirrung bei mir und einige herzhafte Lacher bei den anderen gesorgt.

Anschließend musste ich mittels eines Songs erraten, wohin unsere Reise geht… I brauch ka grosse Wöd, i wü ham nach Fürstenfeld!

Teilweise begleitet durch einen Motorrad Konvoi machten wir uns in zwei PKWs auf, Richtung Fürstenfeld und legten einen überraschenden Zwischenstopp in Riegersburg ein.

Da durch die Anreise doch einige Zeit seit dem Frühstück vergangen war, mussten wir uns noch mit Asti und hausgemachten Schinkenkipferln stärken, bevor uns eine süße Versuchung in ihren Bann ziehen würde. Wie es sich für eine echte Prinzessin gehört, durfte ich das gute Gesöff aus meinem höchstpersönlichen pinken Gral schlürfen.

Als nächstes stand die Zotter Schokoladenmanufaktur auf der Agenda. Zuerst gab es einen kleinen Film zur Einführung, bei dem man einiges über die Familie Zotter und die Entstehung des Unternehmens, aber auch über die Qualität und den Import der für die Schokoladen verwendeten Rohstoffe erfuhr. Danach ging es bereits ans Verkosten, wobei man mittels unzähliger Probier-Stationen durch die Fabrik geleitet wird und somit auch einen Einblick in den Ablauf der Herstellung erlangen kann. Wir durften tatsächlich alles kosten, was so in einer Schokolade von Zotter enthalten ist. Zu Beginn das Magermilchpulver, der Kokosblütenzucker und die Kakaobohnen unterschiedlicher Herkunft, die wir erst noch schälen mussten, weiter zu den Kakaorohmassen (ohne jeglichen Zucker), welche uns geschmacklich doch sehr überraschten, bis hin zu den gesüßten und verfeinerten Schokolademassen sowie den fertigen Schokoladetafeln und Trinkschokoladen. Ich denke uns allen war im Vorhinein klar, dass wir aus dieser Fabrik nicht ohne Übelkeit entfliehen können… Man muss einfach alles, was in einen hinein passt kosten!  🙂

Etwas verschreckend für unsere gesamte Truppe war der „Essbare Tiergarten“, der sich gemeinsam mit einer riesen Grünfläche und einem Restaurant zum Fabrikgelände zählen darf. Ich denke ich muss nichts genauer schildern, der Slogan „Schaut dem Essen in die Augen“ sagt wohl alles. (Der Tiergarten-Eintritt ist bei der Schoko-Laden-Theater-Tour mit dabei.)

Wir haben uns dort ein wenig umgesehen und im „Menschenstall“ für die nächsten beiden Spiele niedergelassen. Alle mussten nun beweisen, wie gut sie mit einem Hammer umgehen können. Hierfür wurde für jede Teilnehmerin ein Nagel von mir persönlich in einem Holzblock angeschlagen. Anschließend ging der Hammer reihum, wobei jeder immer nur einmal zuschlagen durfte, was bei manchen Damen für den einen oder anderen Wutausbruch sorgte. Der erste versenkte Nagel kürte die Siegerin.

Aufgrund meiner großen Leidenschaft für die Band „Kings of Leon“ wurde das nächste Quiz ausgewählt. Mir wurden einige ihrer Hits rückwärts vorgespielt und ich musste erkennen um welchen Song es sich handelt. Selbstverständlich durften Asti und Schnaps während dieser unterhaltsamen Tadeleien nicht fehlen.

Zuletzt unternahmen wir noch den eher erbärmlichen Versuch ein tolles Gruppenfoto in einem übergroßen Bilderrahmen zu schießen. Auf Kommando und genau während des Auslösens zu hüpfen war dann doch keine so leichte Aufgabe. Das Ergebnis zeigt aber trotzdem welche Mordsgaudi wir dabei hatten.

Der nächste Programmpunkt beinhaltete dann bereits das Abendessen, für das wir uns noch etwas spezieller herzurichten hatten. Der Abendschmaus sollte nicht in irgendeiner Absteige stattfinden, sondern wie es einer wahren Prinzessin gebührt in einem Schloss gereicht werden, ein Ritteressen im Schloss Kornberg. Jeder andere Besucher des mittelalterlichen Rittersaals sollte bereits beim ersten Anblick die Prinzessin und ihre Hofdamen als solche wahrnehmen.

Begrüßt von der Fanfare, die Hände in einem Fass Lauge gewaschen, haben wir an der großen Tafel im Gewölbe des Rittersaals, welcher mit Fahnen und Kerzenleuchtern geschmückt war, Platz genommen. Das Essen wurde stets von flotten Sprüchen und den Klängen eines Dudelsacks begleitet.

Neben dem deftigen Mal wurden mir weitere Aufgaben gestellt. Es wurde vor dem Wochenende tief in den Foto-Ordnern der letzten neun Jahre gewühlt, um Bilder zu finden, zu denen mir gefinkelte Fragen gestellt werden konnten.

Des Weiteren fand dort auch die wohl erste Millionen-Show auf steirisch statt. Angeführt von unserer steirischen Hofdame, wurden uns dubiose Begriffe aus dem Steirischen vorgelegt, was sehr zu unser aller Unterhaltung beitrug. Im Endeffekt konnten wir mit etwas Schummeln alle Fragen richtig beantworten und gingen gemeinsam als Sieger aus diesem Spiel hervor.

Äußerst unerwartet (auch für die Organisatorin des Junggesellinnenabschieds) aber trotzdem ein absolutes Highlight des Abends war die Tanzstunde, die wir spontan vor Ort und allen anderen Besuchern bekommen haben. So wurde uns allen aufgetragen, einen Mann zum Tanzen aufzufordern und die eben erlernten Schritte bei mittelalterlichen Klängen dem Publikum vorzutragen.

Nach dem Ritterschmaus haben wir es doch nach Fürstenfeld geschafft, um schließlich auch unser Hotel für die Übernachtung zu beziehen. Diesen spannenden Tag wollten wir bei einem „Bauerncocktail“ im Ort ausklingen lassen, konnten aber die tollen Eindrücke vom Tag gar nicht verarbeiten, weil wir noch ein paar Einheimische kennenlernen durften. Hier gab es anfangs ein paar Verständigungsschwierigkeiten, die leider trotz Dolmetscherin nicht gelöst werden konnten. Auch daraus haben wir uns einen Spaß gemacht und wollen auch diesen Programmpunkt nicht auf der Agenda missen.

Nach einer eher kurzen Nacht und einer kleinen Stärkung beim Frühstückbuffet sowie dem Auschecken aus dem Hotel, hieß es dann für die meisten der Gesellinnen ab in die Therme Bad Waltersdorf. Ein krönender aber vor allem sehr entspannter Abschluss für ein überaus gelungenes Wochenende!

Schließlich ist die Prinzessin wieder zu ihrem Prinzen nach Wien heimgekehrt, der kommendes Wochenende seinen Junggesellenabschied begehen darf…

 

Ich darf mich auch hier nochmals offiziell bei allen Damen für das „Polterwochenende“ bedanken. Es hat mich sehr gefreut, dass ihr alle dabei wart, euch die Zeit für mich genommen und dieses Fest mit mir gefeiert habt.

Ein Dank auch an die Fotografin, die diese Ereignisse eingefangen und damit zur Erinnerung festgehalten hat. Weiters möchte ich allen kreativen Köpfen für die witzigen Ideen der Spiele und auch die Durchführung dieser danken. Selbiges gilt natürlich jenen die mit ihren Einfällen zu der Erstellung des Rahmenprogramms allgemein beigetragen haben. Außerdem gilt mein Dank auch meiner persönlichen Hofnärrin, die stets gut gelaunt war und definitiv zu vielen wirklich herzhaften Lachern beigetragen hat. Selbstverständlich möchte ich mich auch bei den Fahrerinnen bedanken, die uns sicher zu den einzelnen Orten bzw. Stationen und auch wieder gut nachhause gebracht haben. Auch den Köchinnen der wertvollen Zwischenmahlzeiten sei für die leckere Stärkung gedankt. Schließlich möchte ich auch meiner Dolmetscherin dafür danken, dass sie für uns mit den Einheimischen kommuniziert und uns diese größtenteils vom Leib gehalten hat.

In der Hoffnung, niemanden vergessen zu haben, der auch  im Hintergrund mitgewirkt hat, möchte ich meinen größten Dank für dieses fantastische Wochenende und den damit verbundenen, mehr als würdigen Junggesellinnenabschied, der Organisatorin aussprechen. Das Programm hat meine Erwartungen übertroffen! Es hat vom Anfang bis zum Ende Spaß gemacht und gepasst. Du hast mich nichts machen lassen, was mir unangenehm gewesen wäre und mir darüber hinaus wunderschöne Erinnerungen geschenkt. DANKE!

Jetzt kann die Ehe kommen… 🙂

2 Comments

  • Tina Myerscough

    29. Mai 2016 at 22:14 Antworten

    Also ich fühle mich als Hofnärrin jetzt überhaupt nicht angesprochen 😉 Geniales Wochenende und freue mich wirklich sehr das es dir so gut gefallen hat!!

  • Inge Schilling

    9. März 2016 at 14:21 Antworten

    Toller Bericht! Kann mir vorstellen, dass Dir das Wochenende gefallen hat…

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