Die große Frage

In unserem Strandurlaub 2014 auf Santorin hat alles damit angefangen, dass wir wieder einmal romantisch Essen gehen wollten…

Was bietet sich auf dieser herrlichen griechischen Insel dafür an? Ein Restaurant, hoch gelegen, auf einem Berg? Eines mit Aussicht auf den Nachbarort? Ein romantisches Ambiente mit Blick auf das Meer oder den Strand? Richtig! Ein Restaurant, das dank seiner Lage und Ausstattung all das miteinander verbindet und oben drauf noch das Panorama von einem Sonnenuntergang legt, wie man ihn eigentlich nur in der Ägäis zu Gesicht bekommt! Zusätzlich ist dieser nahezu perfekte Ort auch „romantisch veranlagt“, da sich die Betreiber auf Hochzeiten bzw. Hochzeitsfeiern spezialisiert haben, was will man(n) also mehr!?

Matthias hat zuvor mühsam im Internet nach einem Restaurant gesucht und schließlich das oben erwähnte nach einigen Tagen Recherche gefunden. Mit einer E-Mail hat er seine gewünschte Reservierung bekannt gegeben, welche einmal per Anruf an die Rezeption unseres Hotels und einmal per E-Mail an ihn bestätigt wurde.

Top organisiert sind wir also am 1.Oktober 2014 von unserem Hotel mit einem Taxi abgeholt worden, welches uns zum höchsten Punkt der Insel, an dem sich das beschriebene Restaurant Pyrgos befindet, brachte. (Bitte werft einen Blick auf die beeindruckenden Bilder des Restaurants auf der Homepage)

Dort angekommen hat Matthias einem der beiden Kellner am Eingang gleich gesagt, dass er einen Tisch reserviert hat und mit einer Dame vom Customer Service Kontakt hatte. Das Personal vor Ort hat sich davon aber nicht wirklich imponieren lassen und uns behandelt, als hätten wir keine Reservierung und wären zufällig in das Lokal gestolpert. Ich habe Matthias daraufhin angemerkt, dass ihn das gestört hat, aber im Endeffekt wurden wir zu einem gut gelegenen Tisch mit wunderbarer Aussicht geführt.

Leider ging es nicht weniger chaotisch weiter. Es gab auch Probleme bei unserer Getränke-Bestellung. Nach diesen Startschwierigkeiten haben wir dennoch guter Dinge einen Blick in die Speisekarte geworfen und auch gleich etwas gefunden. Als Vorspeise eine Portion Tzatziki und der Hauptgang sollte ein Grillteller für zwei Personen werden.

Das Brot war leider hart und hat nicht mehr sehr frisch geschmeckt, das Tzatziki war aber sehr gut. Dann kam unser Hauptgang… Also von Anrichten kann da keine Rede gewesen sein! Die Grillplatte hat ausgesehen wie ein spärliches Reste-Essen von einer Grillparty, präsentiert mit dem Charme eines „Ritteressens“!

Als wir dann nachgefragt haben, ob sie eventuell Saucen hätten oder uns etwas dazu empfehlen könnten, das in Richtung Dip geht, meinte der Kellner noch ganz keck, dass für gewöhnlich Tzatziki (also unsere Vorspeise) dazu gegessen wird. Wir haben uns dann mit Ketchup und einer BBQ-Sauce begnügt. Das Fleisch war allerdings so staubtrocken, dass du damit einen Menschen erschlagen hättest können!

Da hat es uns endgültig gereicht! Wir forderten den Geschäftsführer und haben ihm unsere Kritik mitgeteilt.

Daraufhin meinte er, er kann noch einmal Hühnerfleisch auf den Grill legen lassen und es uns nachreichen. Dieses Angebot haben wir hoffnungsvoll angenommen. Das Problem bei der ganzen Sache war nur, dass das Fleisch 20 bis 25 Minuten lang nicht aus der Küche gekommen ist und beim Nachfragen gesagt wurde, dass es gerade erst auf den Grill gelegt worden ist! Mittlerweile war uns der Appetit vergangen und wir hatten auch gar keine Lust mehr irgendetwas zu essen. Wir haben kundgetan, dass wir zahlen wollen und auch gleich ein Taxi gerufen werden soll.

Lediglich die Nachspeise aufs Haus muss man ihnen zugutehalten. Der Hit war es zwar nicht aber wenigstens ein kleiner Versuch, ein wenig des Desasters wieder gut zu machen.

Kurios war auch, dass wir gegen Ende plötzlich zwischen zwei kleinen Hochzeitsgesellschaften gesessen sind. Nachträglich habe ich dann erfahren, dass Matthias ursprünglich den Plan hatte, den Antrag dort zu machen. Er hatte die Dame vom Restaurant um einen Tisch gebeten, der etwas privater liegt, besonders dekoriert werden sollte und eine ausgesprochen nette Aussicht bietet…das war wohl alles nix!

Fazit: DEFINITIV NICHT DER RICHTIGE ORT/ZEITPUNKT FÜR EINEN HOCHZEITSANTRAG!!! …nur im Nachhinein kann man darüber schmunzeln!

Also sind wir mit dem Taxi wieder zurück zu unserem Hotel gefahren…

So schnell wollten wir uns allerdings nicht abspeisen lassen und so hatten wir die Idee, noch ein wenig die Strandpromenade entlang zu spazieren und anschließen eventuell noch auf ein Eis oder einen Cocktail zu gehen. Gesagt, getan…

Der Strand von unserem Urlaubsort endet beim Hausberg der Insel, dem „Mesa Vouno“. Am Fuß des Mesa Vouno gibt es noch die Überreste einer sogenannten Kamara, was so viel wie Gewölbe bedeutet. Dieses hat im Mittelalter die wichtige Funktion einer Zollstation erfüllt.

Bereits einige Meter davor hört die Strandpromenade mit den Restaurants und Geschäften bzw. die Vermietung von Liegen und Schirmen auf. Abends ist es dort also sehr ruhig, da sich kaum Menschen fern ab der Promenade aufhalten.

Leider gibt es kein gutes Bild bei Nacht, damit man sich aber trotzdem vorstellen kann, wie die Kamara aussieht, hier ein Bild (Quelle: idosantorini.com):

kamara 1Abends ist sie schummrig beleuchtet und rund herum ist es fast finster. Nur eine kleine weiße Kapelle in der Nähe ist ebenfalls spärlich beleuchtet, sonst gibt es nur noch den Mondschein, der auf das Meer fällt, man hört das Meer rauschen, man hat diesen wunderschönen Blick auf die beleuchtete Strandpromenade in der Ferne… Matthias und ich sitzen in der Kamara und unterhalten uns, genießen vollkommen den Augenblick…

…bis er plötzlich ein kleines schwarzes Etui aus der Jackentasche kramt, auf die Knie geht und mit den Worten „Monika Schilling, willst du meine Frau werden“ um meine Hand anhält!

Anmerkung: DEFINITIV UND ABSOLUT DER RICHTIGE ORT/ZEITPUNKT FÜR EINEN HOCHZEITSANTRAG!!! 🙂

Im ersten Moment war ich natürlich sprachlos, auch wenn ich schon irgendwie im Urlaub damit gerechnet oder es mir zumindest sehr gewünscht hatte. Wie oft habe ich diese Situation schon im Kopf durchgespielt, wie oft habe ich bereits überlegt, wie ich auf einen Antrag reagieren würde… Es war einfach überwältigend und alles rundherum war so perfekt! Da habe ich noch einmal sichergehen wollen und habe mit einem leisen, kaum hörbaren „Wirklich?“ nachgefragt, bevor ich wie wild zu nicken angefangen und „Ja“ gesagt habe, woraufhin er mir ganz klassisch den Ring angesteckt hat. Der Ring hat sofort wie angegossen gepasst, es war ein Antrag wie ihn sich jede Frau nur wünschen kann!

Verlobungsring

Bei zwei längst verdienten Cocktails an der Strandpromenade haben wir den Abend anschließend gemütlich ausklingen lassen.

Am nächsten Tag wollte ich es noch nicht so recht glauben und wochenlang habe ich mehrmals täglich den Ring bewundert, um mich zu vergewissern, dass es auch wirklich wahr ist! Mittlerweile habe ich es aber fast schon realisiert, schließlich ist der Hochzeitstermin bereits fixiert!

  Verlobungsort auf Santorin

5 Comments

  • Inge Schilling

    12. Oktober 2015 at 13:18 Antworten

    Gute Idee alles niederzuschreiben. So kann ich einmal meinen Enkerln eine wahre Geschichte vorlesen…

    • M&M

      12. Oktober 2015 at 13:38 Antworten

      Stimmt! Klingt auch fast wie ein Märchen… 😉

  • Flo

    21. September 2015 at 17:09 Antworten

    Gratulation, sehr lieb geschrieben 😉

  • Simon

    20. September 2015 at 23:59 Antworten

    Zum Glück kenne ich die Geschichte schon, sonst hätte ich mir hier alles durchlesen müssen 🙂

    • M&M

      21. September 2015 at 23:01 Antworten

      Das ist bereits die gekürzte Version! 😉

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